Dritte Generation, 75 Jahre Betrieb, Karosserie, Lack und Mechanik unter einem Dach. Und zwei Kalender, die bei kombinierten Aufträgen nie ganz zusammenfanden. Für Klaus Menhofer, Geschäftsführer des Menhofer KFZ-Reparaturzentrums, war das lange gelebter Alltag: Sobald ein Auftrag Karosserie und Mechanik berührte, musste jede Verschiebung an drei, vier Stellen nachgezogen werden. Mit WERBAS//KSR VCS und RMA 1.13 laufen beide Welten jetzt in einem System zusammen. Was sich dadurch im Werkstattalltag ändert, lesen Sie hier.
Ein Familienbetrieb in dritter Generation, zwei getrennte Kalender
Das Menhofer KFZ-Reparaturzentrum aus Pfronten im Allgäu feiert 2026 sein 75-jähriges Bestehen. Aus dem Malerbetrieb von 1951 ist ein Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitenden geworden, das Karosserie, Lack und Mechanik verbindet und 2021 als einer der ersten Pilotbetriebe in Deutschland komplett papierlos gearbeitet hat. Mit WERBAS//KSR VCS arbeitet die Familie Menhofer seit 1996, also seit fast 30 Jahren.
Karosserie und Lack gehören eng zusammen und wurden bei Menhofer immer gemeinsam terminiert. Die Mechanik lief parallel in einem eigenen Kalender. Solange ein Auftrag nur einen Bereich berührte, war das gut beherrschbar. Aufwendig wurde es bei kombinierten Aufträgen, etwa einem Unfallschaden mit begleitender Inspektion: Verschob sich die Karosseriereparatur, weil Teile fehlten, musste auch der Mechaniktermin gesucht und nachgezogen werden.
Dazu kam ein zweiter Reibungspunkt. Die Mechaniker schauten in „Meine Termine", was anstand, und wechselten zum Stempeln in die RMA-Aufgaben. Für neue Kolleginnen, Kollegen und Auszubildende war schwer zu erklären, warum Termin und Aufgabe getrennt sind. Solche Brüche kosten jeden Tag Zeit.
| Bereich | Vor RMA 1.13 | Mit WERBAS//KSR VCS und RMA 1.13 |
|---|---|---|
| Kombinierte Aufträge | Termine in Karosserie/Lack und im Mechanikkalender getrennt gepflegt | Karosserie, Lack und Mechanik greifen in einem System ineinander |
| Terminverschiebung | Nachziehen an drei bis vier Stellen | Erledigt mit zwei, drei Klicks |
| Mechaniker-Sicht | Blick in „Meine Termine", zum Stempeln Wechsel in RMA | Alle Arbeiten in der Aufgabenliste im MobileWorker |
| Einarbeitung | Unterschied zwischen Termin und Aufgabe erklärungsbedürftig | Aufgaben der Reihe nach abarbeiten, ohne Extra-Erklärung |
| Zusatzleistungen | Farbangleich, Steinschlagschutz oft unvollständig dokumentiert | Per Foto oder Sprachnotiz am Fahrzeug erfasst und abgerechnet |
Die Schulung fiel kurz aus, weil der Ablauf einfacher wird. Für die Mechaniker reichte ein Satz: „Ihr könnt euch ab jetzt die Termine sparen, ihr arbeitet die Aufgaben der Reihe nach ab." Für weniger softwareaffine Betriebe empfiehlt WERBAS//KSR eine Einführungsschulung, um den vollen Nutzen der neuen Verbindung von Anfang an mitzunehmen.
Was der Betrieb heute davon hat
Für die Mechaniker. Die RMA-Aufgabenliste ist die zentrale Arbeitsgrundlage. Der Wechsel zwischen „Meine Termine" und RMA-Aufgaben entfällt. Wichtige Aufgaben erscheinen im MobileWorker sichtbar rot, etwa eine kurzfristige Lackvorbereitung. Neue Kolleginnen, Kollegen und Auszubildende starten schneller, weil der frühere Unterschied zwischen Termin und Aufgabe wegfällt.
Für die Disposition. Verschiebt sich ein Karosserie- und Lackauftrag mit begleitender Mechanik, bleibt der Mechaniktermin im Ablauf mitgedacht. Was früher an drei bis vier Stellen von Hand nachgezogen wurde, erledigen heute zwei, drei Klicks. Kalender, Mitarbeiterplantafel und Aufgabenliste arbeiten mit denselben Zeitangaben, Urlaub und Fehlzeiten laufen über TCS mit ein.
Für die Geschäftsführung. Ein Prozess statt mehrerer Pflegepunkte, weniger Suchen, weniger Rückfragen. Über MAI erfassen die Mitarbeitenden Zusatzleistungen wie Farbangleich oder Steinschlagschutz per Foto oder Sprachnotiz am Fahrzeug. Das wirkt auf die Abrechnung: Klaus Menhofer schätzt, dass unvollständig dokumentierte Zusatzarbeiten schnell 1.000 Euro pro Woche kosten können. Werden sie erfasst, werden sie auch abgerechnet.
Mehr zu den KI-gestützten Sprachfunktionen im MAI (MobileWorker) lesen Sie in unserem Beitrag „KI-Assistent in VCS: Texte einfach diktieren statt zu schreiben".
Herausforderungen & Erfolgsfaktoren
Die eigentliche Herausforderung lag nicht in der Technik, sondern in der Abstimmung. Der Mechanikmeister wünschte sich diese Verbindung seit Jahren. Die inhaltliche Klärung, wie kapazitive Karosserie- und Lackdisposition mit tagesgenauer Mechanikterminierung zusammengreift, ohne dass eine Seite ihre Logik verliert, war anspruchsvoll und hat Zeit gekostet. Nach der Freigabe war die technische Einführung eine Sache von Minuten.
Getragen wird das Ergebnis vonmehreren Faktoren:
Als langjähriger Pilotkunde gibt Menhofer seine Impulse gebündelt an die Produktentwicklung weiter. Aktuell in Prüfung: das nachträgliche Verknüpfen von Terminen mit Aufgaben und das Erstellen von Mechanikterminen aus einer Karosserieaufgabe heraus.